Dienstag, 16. November 2010
Ausflug nach Papallacta
Wie bereits angekündigt, ging es am vergangenen Samstag nach Papallacta. Die rund 90-minütige Fahrt dorthin (gleiche Strecke wie nach Tena) verging schnell und so war jeder von uns gespannt, was uns dort erwarten würde. Neben einem Spa-Bereich (den wir nicht besucht hatten), gab es verschiedene Becken mit jeweils unterschiedlichen Temperaturen. Dabei gilt es zu erwähnen, dass jedes dieser Freiluftpools mindestens 34°C hat. (verdankt stets der Geothermie) Umso interessanter wird dieser Aspekt, wenn an der Frischluft in zwei Meter Höhe um dem Boden nicht einmal 5°C gemessen werden (nicht zuletzt auf Grund der Höhe über NN). Na ja, nach dem Umziehen in kleinsten Bretterverschlägen ging es dann im Badeoutfit (ihr könnt euch also vorstellen, wie kalt das war ;-)) in Richtung des ersten Pools. Allein die geringste Temperaturstufe sollte schon für wohltuende Gemütsstimmungen sorgen. Kurze Zeit später wurden dann auch die anderen Becken erkundet. Jedoch wurde auch dieser Besuch mal wieder von einer aus meiner Sicht beunruhigenden Sache begleitet: man stelle sich vor, man befindet sich 10.000 Kilometer von seiner Heimat entfernt, ist im Grunde sehr glücklich darüber und dann trifft man doch wieder eine Horde Deutscher (nebst uns versteht sich), die sich lautstark unterhalten und dessen Kinder für reinste Unterhaltung sorgen. Na klasse! Sei es drum, auch vor denen war schnell die Flucht in eines der anderen Becken angetreten (die Wanderungen von Becken zu Becken waren immer wieder von Zitter- / Schlotterpartien begleitet [ihr könnt euch vielleicht vorstellen wie es ist, wenn man leicht gekleidet aus einem etwa 37°C warmen Becken an die etwa 5°C kalte Luft]) und so konnte man stets beim Entspannen im warmen Wasser beobachten, wie die Wolkenzüge über die ringsherum gelegenen Berge entlangglitten.
Überdies war die Atmosphäre umso spannender, je mehr sich die Sonne ihrem Untergang näherte. Na ja, zum krönenden Abschluss ging es dann allesamt (mit mehr oder weniger großen Hemmungen) in ein Becken, dessen Wasserpegel gerade einmal bei flachster Körperhaltung dazu gereicht hätte, ihn zu umschließen, allerdings dabei eine Temperatur von 42°C aufwies. Was meint ihr, welches Körperteil ist es, dass am empfindlichsten (meine persönliche Erfahrung) auf diese "Hitze" reagiert? Ich kann euch verraten, es sind eindeutig die Füße und der Hinterkopf. Gerade bei erstgenanntem kommt das Gefühl schon 1.000 Nadelstichen sehr nah. Aber auch das ließ sich gut aushalten, ehe dann der Weg in das nebst gelegene Kältebecken angestrebt wurde. Der nur etwa vier Meter lange Weg zwischen beiden "Pools" war immer wieder ausreichend, um den Körper (sofern man gerade aus dem heißen Wasser kam) in einer eigenst produzierten Dampfwolke verschwinden zu lassen. Na ja, dieses "Wechselspiel der Gefühle" ging dann bei mir insgesamt sechs Mal (also: warm-kalt-w-k-w-k), so dass mein Körper dieser Reizüberflutung mit sehr unterschiedlichen Maßnahmen reagierte: Zu den Füßen und Beinen: die sahen aus, als wären sie gerade aus einem Kochtopf entsprungen ;-) Zu den Händen: nicht nur das die Haut völlig verschrumpelt war (wie man es aus seiner Kindheit vielleicht noch kennt, wenn man zu lange in der Badewanne war und "Opa" gespielt hat), sondern sie war auch gänzlich Blutleer, zumindest ließ das die Hautfarbe erschließen. Zum restlichen Körper: dem war es mittlerweile völlig egal, dass er an der kalten Luft steht (fühlte sich eher so an, als wären es 15°C).
Na ja, ich denke, dass dieser Ausflug nicht nur meinen Kreislauf teilweise etwas durcheinander gebracht hat, sondern ferner auch meine Abwehrkräfte gestärkt haben sollte (zumindest hoffe ich das ;)) Nach dem Besuch ging es noch in ein kleines Hostel mit "Restaurant", um vor der Heimfahrt mit dem Bus noch schnell einen Kaffee, Cappuccino oder Kakao zu sich zu nehmen. Die Bilanz der älteren Dame fiel nach unserer Bestellung ernüchternd aus: die vier Cappuccino wurden plötzlich zu vier Kaffee, zwei Kakao zu warmer Milch (und das, obwohl man sich in einem Land befindet, in dem der Kakao angebaut wird!) und der bestellte Kaffee war zum überragenden Abschluss eine heiße Tasse Wasser. Die ganze Zubereitung dauerte dann auch noch eine knappe halbe Stunde! Die Flucht aus dem Laden war schnell angetreten und so ging es ab zur Bushaltestelle. Dort warteten allerdings schon eine ganze Menge anderer Fahrgäste und als der Bus dann letztendlich eintraf, war nur noch so wenig Platz, dass man entweder stehen musste, oder aber, so wie ich, hinter dem Busfahrer, direkt auf der Schlafbank platznehmen durfte - bei dem Fahrstil hier in Ecuador, ein großes Erlebnis!
Samstag, 13. November 2010
Wochenendplanung 13./14.11.2010
Nicht, dass ihr denkt, ich komme nicht mehr zum posten! Aber im Moment läuft relativ wenig. Nach dem Wochenende sieht das jedoch völlig anders aus (vermute ich jetzt einfach mal). Nachdem es heute schon in die Shopping Mall "Quicentro" von Quito ging (sehr edel, aber bei Markenartikeln auch extrem teuer - Importe eben!), steht für den morgigen Samstag und den Sonntag einiges auf dem Programm. Allerdings ist zu hoffen, dass sich das Wetter bis dahin noch etwas bessert. Leider ist es nämlich schon seit den letzten zwei Tagen bewölkt, wenn auch teils mit Auflockerungen und Sonnenschein (ihr merkt, ich könnte zumindest den beruflichen Part von Herr. Meteorologen K. übernehmen ;-)). Zum großen Ganzen kam dann gerade noch ein Gewitter hinzu. Na ja, aber wollen wir hoffen, dass sich das Wetter bis morgen wieder beruhigt, so dass es dann am Samstag nach Papallacta (gehört ebenfalls zur Provinz Napo) gehen kann. Auf die zweistündige Fahrt folgt dann ein Besuch im "Schwimmbad". Aber nicht ein normales, sondern ein durch geothermische Quellen gespeistes Freiluftschwimmbad. Nicht nur, dass es sehr entspannt ist und zudem auch noch gesund sein soll. Auch die Lage verleitet zu einem Besuch. Geschwommen oder entspannt wird auf rund 3.900 Meter Höhe und ein Blick auf den nahegelegenen Vulkan Antisana (Höhe über 5.700 Meter) gibt es bei gutem Wetter gratis - also bitte "Wettergott", lass das Tief wegziehen! Nach diesem Tagesausflug wird es dann am Sonntag ebenfalls für einen Tag nach Mindo gehen. Dort findet man eine besondere Art des Regenwaldes - den Nebelwald. Neben kuriosen Brücken über Bachläufen (die man sonst nur aus Indiana Jones-Filmen kennt ;-)) kann dort mal wieder eine besondere Flora und Fauna angetroffen werden. Bilder und Ausführungen folgen. Bis dahin heißt es abwarten! :-)
Mittwoch, 10. November 2010
Umgewöhnung - die Kuriositäten des Alltags!
Mittlerweile sind es fast zwei Wochen, dich ich mich im schönen Ecuador aufhalte. Damit stehen noch exakt 139 aus - eine Menge, zum Glück. Damit sind schon die ersten subjektiven Eindrücke von mir gefallen. Meine im Vorfeld vorhandene Skepsis über das, was mich wohl für die nächsten fünf Monate erwarten wird, ist schnell einer Zufriedenheit und Sympathie gewichen.
Sicherlich gab es Aspekte, an die ich mich zu Beginn oder noch immer gewöhnen muss. Beispielsweise die Höhenlage, die einem noch immer frecher Weise unbewusst bei Steigungen den Atem raubt. Oder aber die schlicht andere Mentalität der Menschen, die zwar zu der Deutschen grundsätzlich undisziplinierter erscheinen mag, aber bei Gewöhnung / Berücksichtigung nicht nur akzeptabel, sondern auch angenehm erscheint - einfach mal keinen Zeitdruck verspüren. Ein anderer Aspekt ist einfach die Art der Verkehrsführung und "Gesetze". Insbesondere letztere scheinen in Ecuador bzgl. des Verkehrs gar nicht bekannt zu sein. Es wird gefahren, wo eben Platz ist. Blinker sind völlig überflüssig, einzig die Warnblinklichfunktion wird zum Ein- und Aussteigen von Personen betätigt (wobei dann der nachfließende Verkehr zum Dauerhupkonzert animiert wird). Wichtigste Funktion im Verkehr ist eindeutig die Hupe. Eine in Deutschland schir unvorstellbare Eigenart ist, dass an einer Kreuzung (Ampeln gibt es hier nicht viele) derjenige als erstes (Weiter-)Fahren darf, der auch zuerst gehupt hat. Was hat das zur Folge? Richtig, eine stets polyphone Geräuschkulisse. Na ja und wo wir schon mal bei dem Punkt Verkehr sind: Zebrastreifen werden von Autofahrern stets ignoriert und Ein- respektive Ausparken können Ecuadorianer alle (ich denke, diese Verallgemeinerung ist berechtigt) nicht. Als letztes möchte ich auf einen aus Fußgängersicht sehr wichtigen Aspekt eingehen, der einem, wenn man es weiß, dass überleben sichert. Es geht darum, wie man eine Kreuzung oder Straße im Allgemeinen überqueren kann, wenn weder Zebrastreifen berücksichtigt werden noch Ampeln vorhanden sind: man geht einfach drauf los! Klingt, als wäre man süchtig nach dem Adrenalinkick. Dem ist nur teilweise so, denn in Ecuador gilt das Gesetz, dass wenn man von einem Fahrzeug angefahren wird, der Fahrer für zwei Wochen das Zimmer hinter den schwedischen Gardinen besucht. Gut, kann natürlich trotzdem ungünstig für den Fußgänger ausgehen, doch geht (nach eigenen Erfahrung kann ich da bestätigen) niemand dieses Risiko ein. Na ja, dass sind nur einige Aspekte, die bzgl. des Verkehrs in Ecuador eigenartig sind, die Liste könnte sonst wohl noch um einige Aspekte ergänzt werden (Taxifahrer; allmorgentlicher Verkehrsstau, weil die reichen Eltern meinen ihre Kinder persönlich zur Schule bringen zu müssen etc.).
Auf einen anderen Aspekt möchte ich nur kurz eingehen, weil die Tatsache mich schlicht nervt und ich mich auch nicht daran gewöhnen werde / möchte. Es gibt unzählige Hunde (wilde, also auch in privater Haltung) in Ecuador. Grundsätzlich ist nichts gegen Hunde einzuwenden, aber die Tatsache, dass der Nachbar drei seltenst dumme Hunde besitzt, die mittlerweile jede Nacht zwischen 3 Uhr und 4 Uhr meinen ein Bellkonzert abliefern zu müssen, nervt extrem und das trotz der Tatsache, dass mein Zimmer nicht einmal zur Seite des Nachbarns gelegen ist (wie die der Mädels - gar nicht gut). Diskussionen über mögliche Maßnahmen sind bereits entfacht ;-)
Auf einen anderen Aspekt möchte ich nur kurz eingehen, weil die Tatsache mich schlicht nervt und ich mich auch nicht daran gewöhnen werde / möchte. Es gibt unzählige Hunde (wilde, also auch in privater Haltung) in Ecuador. Grundsätzlich ist nichts gegen Hunde einzuwenden, aber die Tatsache, dass der Nachbar drei seltenst dumme Hunde besitzt, die mittlerweile jede Nacht zwischen 3 Uhr und 4 Uhr meinen ein Bellkonzert abliefern zu müssen, nervt extrem und das trotz der Tatsache, dass mein Zimmer nicht einmal zur Seite des Nachbarns gelegen ist (wie die der Mädels - gar nicht gut). Diskussionen über mögliche Maßnahmen sind bereits entfacht ;-)
Andere Dinge kennt sicherlich jeder aus dem einen oder anderen Auslandsaufenthalt: Milch und Importprodukte sind verhältnismäßig teuer (wenn auch noch "leistbar"), Gemüse, Obst, Brotprodukte, Bier (was ein Glück) und Benzin / Diesel (so kann das mit der Minimierung eines Treibhauseffektes [sofern man von einem überhaupt sprechen kann, aber das ist ein anderes Kapitel] auch nichts werden) extrem günstig, na ja eher billig!
So, dass war erstmal eine Übersicht, ich denke, da werden im Verlauf meines Aufenthaltes hier in Ecuador noch einige Dinge folgen. Ein ergänzender Post wird dann sicher folgen.
So, dass war erstmal eine Übersicht, ich denke, da werden im Verlauf meines Aufenthaltes hier in Ecuador noch einige Dinge folgen. Ein ergänzender Post wird dann sicher folgen.
Montag, 8. November 2010
Ausflug in den "Oriente" - Teil 4: Kanutour, Rückreise nach Tena & Quito
Der dritte und letzte Tag sollte von etwas weniger Stress begleitet sein. Hierzu fiel die Wahl auf eine sechsstündige Kanutour, völlig ohne Außenborder, sondern nur mit Muskelkraft der Guides (die einem beim Zusehen schon etwas Leid taten). In zwei ausgehölten Baumstämmen ging es erneut um 9:00 Uhr los, zunächst auf dem Nebenarm des Rio Napo, später dann selbst auf dem Hauptstrom. Von einem wackeligen Unterfangen zu sprechen, ist hierbei noch positiv formuliert. Entweder sorgte der Ein- und Ausstieg für Stimmung (denn dieser gestaltete sich mit zunehmenden Insassen des Bootes immer riskanter - wer will schon freiwillig dafür verantwortlich sein, dass der Rest der Truppe plötzlich im Fluss liegt!), oder aber provozierten das teils unvorhersehbare Geschiebematerial respektive dessen Ablagerungen deutliche Schwankungen der "Nussschalen". Zumindest der erste Faktor konnte mit zunehmender Anzahl und dem Übergang zur "Routine" als Gefahrenpotential minimiert werden.
Warum man aus den Nussschalen aussteigen musste? Die Antwort liegt darin begründet, dass der erste Teil der Strecke stromaufwärts ging und somit für die zwei Guides, die die Boote entweder mit einem Paddel oder aber einem Bambusstock (ähnliche Variante wie in Venedig) antrieben, bereits anstrengend genug war. Kamen jedoch aber noch Stromschnellen hinzu, so hieß es mal wieder die Flucht auf das Land anzutreten, damit die Boote "unbeladen" durch die jeweiligen Gewässerstellen gezogen werden konnten. Ja und danach also wieder: "Embárquese, por favor!" Auf diese Art ging das mehrere Male ehe dann der Halt für das "picnic" gemacht wurde. Hierbei kam es dann zu einem von zwei Highlights des Tages: wir bekamen genial zubereiteten kalten Nudelsalat auf frisch aus dem angrenzenden Wald geschlagenen Bananenblättern serviert - nahezu so, wie man es sich in einem 1-Sterne-Restaurant oder aber der edel Sushibar von Steffen Henssler in Hamburg vorstellt (zugegeben, die Kochqualitäten mögen dort höher sein, aber für eine Improvisation im Regenwald...was darf man mehr erwarten?!). Und natürlich sollten auch hier die drei Gänge insgesamt nich fehlen.
Nach dieser Stärkung ging es dann flussabwärts (!) zu einem nahegelegenen Dorf, das für sein Ton- und Schnitzhandwerk bekannt ist. Im Anschluss an diese Demonstrationen ging es auf dem Wasserweg weiter zu dem zweiten Highlight: in einem Seitenarm bekamen wir die Chance uns von den Temperaturen, der Sonne über bis dahin fünf Stunden und der Luftfeuchtigkeit zu erholen - soll heißen, es durfte gebadet werden. Hey, das, was man normalerweise nur aus Filmen kennt, bei denen im Regenwald in stillen Flussarmen geschwommen wird, wurde nun auch uns zu Teil. Ich kann für mich festhalten, dass es eine tolle und vorerst auch einzigartige Erfahrung ist (so schnell werde ich dazu denke ich nicht mehr kommen), wenn man auf dem Rücken mit der Strömung treibt und über sich teilweise hervorragende Bäume und Lianen hat, das Ganze durch die Atmosphäre veredelt, dass man sich gerade in einem Regenwald befindet - großartig!
Na ja, nachdem auch dieser Spaß ein Ende gefunden hatte, ging es zunächst zurück zur Lodge, unmittelbar dann wieder zurück nach Tena um dort einen spaßigen Abend zu verbringen ehe es am nächsten Tag per Bus wieder nach Quito respektive Cumbayá ging.
Trotz dem kurzfristigen Aufbruch zu diesem Ausflug (direkt am zweiten Tag nach meiner Ankunft in Ecuador schon wieder loszufahren), bin ich froh und glücklich, mich für diese Möglichkeit entschieden zu haben.
Einen Großteil für diesen Spaß mitverantwortlich sind die anderen Praktikantinnen Aylin, Elisa, Nadine und Nikka, ohne die die Zeit sicherlich nur halb so lustig geworden wäre (an dieser Stelle: muchas gracias!).
Warum man aus den Nussschalen aussteigen musste? Die Antwort liegt darin begründet, dass der erste Teil der Strecke stromaufwärts ging und somit für die zwei Guides, die die Boote entweder mit einem Paddel oder aber einem Bambusstock (ähnliche Variante wie in Venedig) antrieben, bereits anstrengend genug war. Kamen jedoch aber noch Stromschnellen hinzu, so hieß es mal wieder die Flucht auf das Land anzutreten, damit die Boote "unbeladen" durch die jeweiligen Gewässerstellen gezogen werden konnten. Ja und danach also wieder: "Embárquese, por favor!" Auf diese Art ging das mehrere Male ehe dann der Halt für das "picnic" gemacht wurde. Hierbei kam es dann zu einem von zwei Highlights des Tages: wir bekamen genial zubereiteten kalten Nudelsalat auf frisch aus dem angrenzenden Wald geschlagenen Bananenblättern serviert - nahezu so, wie man es sich in einem 1-Sterne-Restaurant oder aber der edel Sushibar von Steffen Henssler in Hamburg vorstellt (zugegeben, die Kochqualitäten mögen dort höher sein, aber für eine Improvisation im Regenwald...was darf man mehr erwarten?!). Und natürlich sollten auch hier die drei Gänge insgesamt nich fehlen.
Nach dieser Stärkung ging es dann flussabwärts (!) zu einem nahegelegenen Dorf, das für sein Ton- und Schnitzhandwerk bekannt ist. Im Anschluss an diese Demonstrationen ging es auf dem Wasserweg weiter zu dem zweiten Highlight: in einem Seitenarm bekamen wir die Chance uns von den Temperaturen, der Sonne über bis dahin fünf Stunden und der Luftfeuchtigkeit zu erholen - soll heißen, es durfte gebadet werden. Hey, das, was man normalerweise nur aus Filmen kennt, bei denen im Regenwald in stillen Flussarmen geschwommen wird, wurde nun auch uns zu Teil. Ich kann für mich festhalten, dass es eine tolle und vorerst auch einzigartige Erfahrung ist (so schnell werde ich dazu denke ich nicht mehr kommen), wenn man auf dem Rücken mit der Strömung treibt und über sich teilweise hervorragende Bäume und Lianen hat, das Ganze durch die Atmosphäre veredelt, dass man sich gerade in einem Regenwald befindet - großartig!
Na ja, nachdem auch dieser Spaß ein Ende gefunden hatte, ging es zunächst zurück zur Lodge, unmittelbar dann wieder zurück nach Tena um dort einen spaßigen Abend zu verbringen ehe es am nächsten Tag per Bus wieder nach Quito respektive Cumbayá ging.
Trotz dem kurzfristigen Aufbruch zu diesem Ausflug (direkt am zweiten Tag nach meiner Ankunft in Ecuador schon wieder loszufahren), bin ich froh und glücklich, mich für diese Möglichkeit entschieden zu haben.
Einen Großteil für diesen Spaß mitverantwortlich sind die anderen Praktikantinnen Aylin, Elisa, Nadine und Nikka, ohne die die Zeit sicherlich nur halb so lustig geworden wäre (an dieser Stelle: muchas gracias!).
Samstag, 6. November 2010
Ausflug in den "Oriente" - Teil 3: Zoo, Primärregenwald, Gummireifen, Schamane
Der zweite Tag am Rio Napo: Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es um 9:00 Uhr zur nahegelegenen Tierauffangstation "amaZOOnico". Der Weg dorthin führte direkt von der Lodge durch einen Teil des Regenwaldes. Dort angekommen, konnten einige Tierarten des Areals betrachtet werden, die entweder aus Privathaushalten stammen (als "Haustier" und dort misshandelt bzw. aggressiv wurden), oder aber gefunden und abgegeben wurden. Dazu zählen u.a. Wasserschweine, Boa Constrictor, Kaimane, Tukane und viele mehr. Der allerdings noch immer leicht anhaltende Regen trügte den Spaß durch die Anlage zu laufen. Wobei gleichwohl zu bezweifeln ist, ob zenitaler Sonnenschein zur späteren Stunde vorzuziehen gewesen wäre.
Nach der Rückkehr zur Lodge und dem erneut beeindruckenden Mittagessen ging es weiter zu einer vierstündigen Tour, zunächst durch den Sekundärregenwald, später dann durch den "Urwald", den Primärregenwald. Stets von einem indigenen Guide angeführt und über diverse Gegenstände und Besonderheiten am Ort hingewiesen (z.B. über die Drachenblutpalme, dessen Rinde ein Extrakt zur Hautpflege und Insektenstichbehandlung beinhaltet), versuchte ich (zusammen mit den anderen Tourteilnehmern) ihm zu folgen - ein schwieriges Unterfangen, wenn man versucht dem Tempo und unwegsamen Wegen zu folgen. Na ja, von Wegen oder Pfaden zu sprechen, ist genau genommen übertrieben. Teilweise wurden einfach mit der Machete Laufmöglichkeiten geschlagen. Der "Hinweg" zum bis dort noch unbekannten Ziel war stets von einem steilen Anstieg begleitet, teilweise musste wirklich "gekraxelt" werden, um den nächsten Pfad zu erreichen. Nichtsdestotrotz war es spannend, stets neue Tiere und Pflanzen zu sehen und am Ende mit einem Ausblick über den Rio Napo sowie einen Teil des Regenwaldes belohnt zu werden.
Na einer längeren Verweilzeit am Plateau folgte, wie nach jedem Aufstieg der Abstieg. Dieser gestaltete sich schwieriger, als erwartet, weil man durch das stets niederfallende Laub der Bäume den "eigentlichen" Pfad, falls es einen gab, nicht wirklich sehen konnte. Zudem erschwerten kleine Rinnsale und rutschige Felsen das sichere Fortkommen. Obwohl sich niemand wirklich der Anziehungskraft ergeben musste, führten die widrigen Gegebenheiten oft zu ungewollten akrobatischen Einlagen.
Nach der Rückkehr und Ankunft an der Lodge fehlte für einen schönen Ausklang des Tages (denn die Dämmerung setzt dort bereits um 18 Uhr ein) eine Fahrt mit Gummireifen über den Fluss. Obwohl dieses Vorhaben nicht wirklich geplant war und sich die Leute vor Ort nicht darauf einstellen konnten, kamen sie sofort unserem Wunsch nach und organisierten über das Walky-Talky die benötigten Firstclass-Einzelboote. Nur wenige Minuten später legte dann das Motorboot am Felsplateau (einen Steg gab es nicht) an und nahm uns mit Stromaufwärts zu einer geeigneten Stelle des Ausstiegs. Die unterwegs durchfahrenen Stromschnellen ließen die Hoffnung auf eine Menge Spaß steigen. Auch wenn die letztendliche Durchfahrt eher eine gemütliche Chill-Out-Atmosphäre auf dem Fluss hatte, war es ein großer Spaß. So konnte, mittlerweile etwas erschöpft, das Abendessen kommen, ehe dann im Anschluss daran der Abend eine ungeahnte Wende nahm.
Das Vorhaben für die weitere Abendgestaltung umfasste neben einem na ja mehr oder weniger kühlem Bier lediglich die Vorführung eines Schamanen. Na ja, dabei blieb es dann nicht ganz: nachdem ich noch mal kurz in die Hütte gegangen war, um meinen Kameraakku zu wechseln, wurde ich darin von einem umherfliegenden Murciélago (Fledermaus) überrascht. Die zum Rat und Tat herbeigeholten Indigenen öffneten sofort alle "Fenster" sowie die Tür und verhalfen mit einem Besen der Fledermaus aus dem Haus - soweit könnte man denken "na prima, ist doch alles gut gelaufen", doch nutzte diese Chance gleichwohl auch eine Tarantel, um es sich auch noch bei uns in der Hütte gequem zu machen. Nach längerer Beobachtung und Beratschlagung ergriff eine Mitreisende die Initiative und nebelte mit einem Insektengift die Spinne ein, so dass auch diese wieder den Weg nach draußen fand. Diese zwei Aktionen hatten jedoch zur Folge, dass der bereits angekommende Schamane auf seine Vorführung ungeduldig wartete (und sich mehr oder weniger über das Verhalten von Touristen über kleine Insekten lustig machte) und zum anderen, dass mein Bett ebenfalls mit dem Insektengift namens "Dragon" überzogen war. Na ja, nach der letztendlichen Zeremonie, war schnell der Weg ins Bett gesucht!
Nach der Rückkehr und Ankunft an der Lodge fehlte für einen schönen Ausklang des Tages (denn die Dämmerung setzt dort bereits um 18 Uhr ein) eine Fahrt mit Gummireifen über den Fluss. Obwohl dieses Vorhaben nicht wirklich geplant war und sich die Leute vor Ort nicht darauf einstellen konnten, kamen sie sofort unserem Wunsch nach und organisierten über das Walky-Talky die benötigten Firstclass-Einzelboote. Nur wenige Minuten später legte dann das Motorboot am Felsplateau (einen Steg gab es nicht) an und nahm uns mit Stromaufwärts zu einer geeigneten Stelle des Ausstiegs. Die unterwegs durchfahrenen Stromschnellen ließen die Hoffnung auf eine Menge Spaß steigen. Auch wenn die letztendliche Durchfahrt eher eine gemütliche Chill-Out-Atmosphäre auf dem Fluss hatte, war es ein großer Spaß. So konnte, mittlerweile etwas erschöpft, das Abendessen kommen, ehe dann im Anschluss daran der Abend eine ungeahnte Wende nahm.
Das Vorhaben für die weitere Abendgestaltung umfasste neben einem na ja mehr oder weniger kühlem Bier lediglich die Vorführung eines Schamanen. Na ja, dabei blieb es dann nicht ganz: nachdem ich noch mal kurz in die Hütte gegangen war, um meinen Kameraakku zu wechseln, wurde ich darin von einem umherfliegenden Murciélago (Fledermaus) überrascht. Die zum Rat und Tat herbeigeholten Indigenen öffneten sofort alle "Fenster" sowie die Tür und verhalfen mit einem Besen der Fledermaus aus dem Haus - soweit könnte man denken "na prima, ist doch alles gut gelaufen", doch nutzte diese Chance gleichwohl auch eine Tarantel, um es sich auch noch bei uns in der Hütte gequem zu machen. Nach längerer Beobachtung und Beratschlagung ergriff eine Mitreisende die Initiative und nebelte mit einem Insektengift die Spinne ein, so dass auch diese wieder den Weg nach draußen fand. Diese zwei Aktionen hatten jedoch zur Folge, dass der bereits angekommende Schamane auf seine Vorführung ungeduldig wartete (und sich mehr oder weniger über das Verhalten von Touristen über kleine Insekten lustig machte) und zum anderen, dass mein Bett ebenfalls mit dem Insektengift namens "Dragon" überzogen war. Na ja, nach der letztendlichen Zeremonie, war schnell der Weg ins Bett gesucht!
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