Eine neue Galeriefunktion steht euch nun unter dem Link "Galerie" zur Verfügung. Ihr müsst nun nicht mehr umständlich auf Picasa oder aber die doch zu kleine Slideshow am Rand zurückgreifen! Viel Spaß damit...
Montag, 6. Dezember 2010
Quito Jahrestag - Mariscal Foch & La Ronda
Der gestrige Nachmittag und Abend wurde wie angekündigt in Quito verbracht. Nachdem mit einer einheimischen Freundin Abendplanungen im Vorfeld abgestimmt wurden, zogen wir am Nachmittag Richtung Quito los. Von den eigenen Erfahrungen geprägt galt für das Outfit das Motto "Zwiebelschalenprinzip". Die höhere Lage der Hauptstadt sorgte schon das eine oder andere Mal für kalte und feuchte Überraschungen, so dass wir nun infolgedessen gewarnt waren. Leider oder vielmehr zum Glück sollten sich unsere Befürchtungen nicht bewahrheiten - der komplette Tag vor Ort war von angenehmen Temperaturen und teilweise blauem Himmel begleitet.
Nun gut, als erstes ging es von der Busstation Rio Coca mit dem Metrobus Richtung Mariscal Foch, der Ausgehmeile respektive dem Touristenviertel hier in Quito. Von diversen Reiseführerberichten erneut gewarnt, wurde nur das nötigste mitgenommen, um den angeplanten schönen Abend nicht noch von irgendeinem dahergelaufenen Taschendieb trüben zu lassen. Angekommen an der Zielhaltestelle, ging es unmittelbar per wenige Schritte in die Partyzone. Da es mein erster Besuch dort war, prägten viele neue Impressionen die erste Zeit. Entgegen der bereits kennengelernten Altstadt prägte hier die Physiognomie ein farbenfrohes, eben typisch touristisches Lichtermeer mit einer gleichermaßen angepassten Geschäftsstruktur - Bars, Diskotheken, Restaurants.
Infolge des Jahrestags von Quito fehlte selbstverständlich auch ein musikalisches Programm nicht. Eine große Bühne sorgte mit unterschiedlichsten einheimischen Künstlern auf dem Plaza Foch für Unterhaltung - wenn mein Musikgeschmack auch nicht immer getroffen wurde, überzeugte allein die Stimmung. Daher lag es nahe, dass wir eine am Platz gelegene Bar aufsuchten. Bedingt durch unterschiedlichste Faktoren war der Ort gut gefüllt und so hatten wir Glück, als wir unter anderem während der Happy Hour einen Tisch für uns ergattern konnten. Schnell waren das Menü in Augenschein genommen und zunächst schockiert über die überteuerten Preise diskutiert (bspw. Pilsener 0,6l 3,20 USD anstatt normal max. 1,50 USD oder Jägermeister Shot [nicht, dass ich mir einen bestellt hätte, lediglich der Anschauung halber] für 7,30 USD!). Bei der Bestellung bemerkten wir dann auch, dass momentan die Happy Hour war (Start bereits ab 12:00 Uhr) und somit die Preise mehr oder weniger wieder erträglich waren - immerhin war man ja unmittelbar in der Nähe der Bühne. Nach dem Ausnutzen der ermäßigten Getränke und dem oftmals, wenn auch nicht immer (Hitch lässt grüßen), rhytmischen Bewegen zu unterschiedlichsten Musikgenre auf der Bühne ging es weiter durch die Straßen der Mariscal Foch. Bei einem Inder wurde schnell der Hunger durch das traditionelle Essen der "Shawarma" gestillt ehe es im Anschluss weiter Tanzen ging. Na ja, irgendwann zu späterer Stunde ging es dann mit einem Taxi weiter Richtung La Raonda, der mehr oder weniger einheimischen Ausgehmeile. Die Fahrt dorthin übertraf jedoch alle bisherigen Fortbewegungen hier in Ecuador. Die Taxifahrer hier nehmen normalerweise in einem Auto (Größe eines VW Golfs) maximal vier weitere Fahrgäste mit. Nun, nachdem die einheimische Freundin ihre Überredungskünste unter Beweis stellte (anders ist das nicht zu erklären ;-)) stand für uns sieben Leute ein Kleinstwagen - ein Chevrolet Spark bereit. Auf dem Beifahrersitz nahmen fanden zwei Leute Platz. Währendessen versuchten wir anderen fünf auf der Rücksitzbank eine für jedermann erträgliche Position zu finden, um die nächsten 15 Minuten ungeschadet zu überstehen. Wie das geht? Drei setzen sich "normal" nebeneinander (Leute, das Auto ist hinten mehr als eng und das Wort Beinfreiheit fand in dem Prospektmaterial zu dem Auto bewusst an keiner Stelle Erwähnung) in die hintere Reihe ehe sich im Anschluss zwei Leute irgendwie oben drüber legen. Die Stimmung in dem Auto war unbeschreiblich. Schade nur, dass man nie ein Bild von außen von dem so beladenen Auto bekam. Na ja, begleitet von diversen Fotoaktionen im Auto ("zieh mal fester an der Schnur, dann kommt sie raus"), sorgte der Ausstieg an der La Ronda für großes Erstaunen bei Pasanten und nachfolgenden Autofahrern, als wir sieben versuchten, uns aus dem kleinen PKW heraus zu schälen, da mittlerweile die Gefahr der Symbiose bestand.
Auf der "Ronda" angekommen, ging es weiter durch verschiedenste Lokale, begleitet von dem traditionellen und viel zu süßen Getränk "Canelazo". Nach einer Empanada und einer Zeit in den gut besuchten Straßen der Altstadt ging es dann irgendwann zu späterer Stunde zurück nach Hause - um viele Impressionen und schöne Momente reicher!
Samstag, 4. Dezember 2010
Quito Jahrestag
An diesem Wochenende startet ein großes Fest hier in Ecuador. Grund für die Feierei ist das Jubiläum der Stadt Quito. Die Gründung von Quito wird auf den Tag 06. Dezember 1534 datiert, so dass am kommenden Montag, übrigens Nikolaus, was hier jedoch nicht zelebriert wird, die Stadt 476 Jahre alt wird. Nicht unbedingt eine Ewigkeit oder gar ein runder Geburtstag, aber nichtsdestotrotz für uns ein Grund an den Paraden teilzunehmen. Somit geht es gleich am morgigen Samstag Mittag Richtung Quito um evtl. nicht nur auf den Panecillo zu fahren, sondern ebenso die Chance zu nutzen um mit einer der "Chivas" zu fahren. Kleine offene Busse, die mit traditioneller Musik und reichlich Vorrat an "Canelazo" durch die Straßen Quitos zu fahren. Voraussichtlich geht es am Sonntag dann hier im Ort in Cumbayá weiter, etwas ruhiger, um dann am Montag, dem eigentlich Geburtstag noch einmal richtig durchzustarten. Da der Jahrestag der Stadt Quito ein Feiertag in Ecuador ist, haben wir zum Glück hier frei!
Montag, 29. November 2010
Censo2010 - kuriose Planungen
Genauso wie in Deutschland, fand auch in Ecuador dieses Jahr ein Census, also eine Volkszählung statt. "Genauso" ist allerdings übertrieben. Denn zwischen den beiden Verfahrensweisen gibt es nur wenige Übereinstimmungen - möchte ich behaupten.
Wie der Zeitungsaufmacher schon zeigt, sollte doch Jeder bei der Zählung erfasst werden. Somit waren selbst wir, als Touristen, nicht verschont von dem Zensus. Allerdings waren bereits die Vorkehrungen für dieses Spektakel aus deutscher Sicht sehr amüsant. Mehr als eine Woche im Voraus wurden auf jegliche einheimische Handys SMS mit Informationen und Erinnerungen zum Censo2010 geschickt. Nun zum eigentlichen Schauspiel. Neben einer Ausgangssperre für alle Bürgerinnen und Bürger ,die bereits am heutigen Sonntag morgen um 7:00 Uhr bekannt und bis 17:00 Uhr anhielt, gab es ebenfalls ein allgemeines Alkoholverbot. Dazu zählte der Kauf und Konsum von jeglichen alkoholischen Getränken. Das wäre zu verkraften gewesen, wenn es nur für den Sonntag gegolten hätte. Aber für diese Einschränkung der bürgerlichen Rechte und Pflichten hatte der demokratische Staat eine Vorlaufzeit von zwei Tagen eingeräumt. Somit war bereits ab der Nacht vom Donnerstag zum Freitag der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit strengstens untersagt - na ja, mehr oder weniger. Denn die Verkäufer wollten sich nicht so Recht daran halten, schon gar nicht, wenn Touristen ihre Gäste waren und sie somit auf Unwissenheit plädieren konnten. Das Ende des Verbots ist jedoch auch erst für den Montag vorgesehen, ganz klar. Man muss ja auch nüchtern bei der Volkszählung erscheinen (daher auch schon zwei Tage vorher anfangen auszunüchtern, um so den Pegel von 4,8 Promille ordnungsgemäß abzubauen ;-)) und am nächsten Tag in bewährter Marnier bei der Arbeit auftreten - die Chance muss daher genutzt werden, wenn nicht jetzt, wann kommen die Leute sonst noch mal nüchtern zur Arbeit! ;-)
Sonntag, 28. November 2010
Diebstahl!...Return!
Da ist es passiert! Der erste Diebstahl in Quitos Straßen hat sich in unserer Gruppe ereignet. Nachdem wir drei, Elisa, Nikka und ich gestern nach Quito gefahren sind, um auf den Panecillo den Sonnenuntergang über der Skyline von Quito zu beobachten, leider auf Grund des mal wieder anhaltenden Nieselregens daraus jedoch nichts geworden ist, hatten wir eine kleine Sightseeing-Tour gemacht. Auf dem Weg vom "Teatro Sucre" zum "Plaza Grande", um dort an der letzten Tagesführung im Präsidentenpalast teilzunehmen, ist es dann passiert. Bei gut gefüllten Straßen wurde Nikka die Kamera aus der linken Jackentasche geklaut. Wie? Also: nachdem zwei junge Frauen mindestens zwei Minuten lang von hinten drängelten und "eigentlich" an uns vorbei wollten, mehrmaliges Platzschaffen und freundliches Durchwinken jedoch den beidseitigen Wunsch nicht erfüllen konnte, haben die Zwei dann zugeschlagen. Das eine Mädchen lenkte gekonnt ab, die andere griff mit ihrer Hand schnell zwischen Körper und angelegtem Arm durch, in die Jackentasche und zog mit einem Ruck die Kamera heraus. Jedoch blieb diese "Entwendung" nicht unbemerkt. Nachdem Nikka den Raub bemerkt hatte, die Mädchen aber aus irgendeinem nicht ersichtlichen Grund die sofortige Flucht vermieden hatten, sorgte eine "gekonnte" Revange (na ja, es war ein Schupsen und Schlag gegen den Arm) dafür, dass die Kamera aus den Langfingern auf den Boden fiel. Leider unter ein an der Ampel wartendes Auto. Mit einem schnellen Griff konnte von dort die Kamera schnell wieder geborgen werden, allerdings, wie sich erst später herausstelle, mit dem bis dahin unbemerkten Verlust des Akkus. Na ja, so kann man sagen, Glück im Unglück, so muss nur ein neuer Akku her. Aber man ist für die Zukunft vorgewarnt. Die Dreistigkeit folgte allerdings noch: die zwei Mädchen folgten uns weiter durch die Straßen, scheinbar nicht abgeschreckt und von einem zweiten Versuch überzeugt. Erst als ich dann provokant offensiv auf die zwei gewartet habe, eine Minute mit ihnen parallel gelaufen bin und sie dabei stets nicht aus den Augen gelassen habe, sorgte dafür, dass die Zwei sich ein anderes Opfer für den Tag suchten.
Auf diese "Schocksituation" folgte im Anschluss auf den Besuch im Präsidentenpalast dann erst einmal eine Empanada und eine heiße Schokolade - genau das Richtige bei dem Wetter und diesem Erlebnis! Seid gewarnt! ;-)
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