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Sonntag, 2. Januar 2011

West Coast - Teil 4: Aufenthalt in Montañita

Der dritte Ort unserer Reise auf der "Ruta del Sol" sollte Montañita sein. Hierbei handelt es sich um einen kleinen, etwa 10.000 Seelen großen Ort direkt an der Westküste Ecuadors. Die Lage verlockt immer wieder zahlreiche Surfer hierher, um auf ihren Brettern ein Stück Meer zu erobern. Ansonsten ist der Ort vor allem durch Souvenirstände, Restaurants, Bars und Surfershops geprägt. Keine schlechten Voraussetzungen also, um in den nächsten Tagen die Feierei nicht zu kurz kommen zu lassen.


Auf Grund der Umstände, dass wir einen Tag früher den Weg nach Montañita suchten, stand unser vorreserviertes Hostel noch nicht für uns bereit. Mit dem Ausstieg aus dem Bus an der Hauptstraße, hatten wir aber auch schon eine Unterkunft angeboten bekommen. Sie war sicherlich kein Highlight, aber der günstige Preis, die Tatsache, dass wir nicht länger mit unseren schweren Rucksäcken bei den Temperaturen herumsuchen wollten und da es eh nur für eine Nacht sein würde, überzeugte uns, die Zimmer zu nehmen (sogar ein Moskitonetz war über jedem Bett, von daher war auch dieses Kriterium erfüllt!).
Na ja, wie das immer so ist, folgte nach dem Beziehen der Zimmer (eine genauere Beschreibung lasse ich jetzt mal, eine Dachluke und einen Stromschlag, den ich unter der Dusche bekommen habe, umreißen schon das Wichtigste, um sich ein Bild davon zu machen), ging es auch unmittelbar los ins "Dorf". Schnell waren die Geldautomaten angesteuert und endlich hielt man wieder sein eigenes Geld in der Hand! Allerdings, wie scheinbar üblich in Ecuador, nur in 20-Dollar-Scheinen. Warum ich das betone? Weil die ganzen Stände, Restaurants, Bars etc. nicht in der Lage oder bereit sind, auf einen solchen Schein das Wechselgeld herauszugeben - wo um alles in der Welt haben die Dollar-Besitzer nur das ganze Kleingeld versteckt? Dieser ewige Diskussionspunkt hier in Ecuador nervt schon auf die Dauer, zumal ich mir am Automaten ja nicht aussuche, nur 20-Dollar-Scheine zu erhalten. Sei es drum. Unmittelbar danach ging es, ebenfalls obligatorisch, an den Strand. Auf der Suche nach unserem eigentlich Hostel für die nächsten Tage, liefen wir etwa einen Kilometer entlang des wunderschönen weißen Strandes ehe dann endlich die Unterkunft zu sehen war. Eine tolle Lage, denn nicht nur, dass man so in der Nacht von dem Lärm in dem Dorf nichts mitbekommen hat, sondern auch auf Grund der Tatsache, dass wir aus unserem Zimmer nur etwa 15 Meter Fußweg hatten, um unmittelbar auf dem Strand zu stehen. So wurde das morgentliche Schwimmen im Meer noch angenehmer, als es eh schon war.
Nach dem weiteren Erkunden des Dorfes ging es dann zum Pizzaessen. Der Anblick, dass die Pizza in einem Steinofen gebacken wurde, überzeugte mich auf anhieb. Die normale Art in Ecuador eine Pizza zuzubereiten scheint ansonsten mit Hilfe eines Gasofen. Na ja, nach ein paar Cocktails ging es dann auch früh zurück in die Unterkunft, denn der nächste Tag sollte ein großer werden.


Nach dem schnellen Umzug in das eigentliche Hostel, ging es, denn es war ja Weihnachten bzw. der Heilige Abend, zunächst mit roten Zipfelmützen an den Strand. Zu unserem Glück spielte das Wetter an dem Tag perfekt mit. Strahlend blauer Himmel, Strand, Pazifik, > 30°C - was will man mehr. So konnte ich mir meinen Wunsch, einmal Weihnachten unter Palmen am Strand zu erleben, endlich erfüllen. Der Tag bestand aus einer Menge Sonnenbaden, Frisbee spielen am Strand und im Meer (da lassen sich eindeutig die besseren Flugeinlagen produzieren!), Batidos und Cocktails trinken, na ja und die wichtigsten Telefongespräche (sofern die Telefonleitung mal nicht zusammengebrochen war) zum übersenden der Weihnachtsgrüße durften selbstverständlich auch nicht fehlen. Selbst zum Abend hin zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und so konnte wir am Weihnachtstag auf der Dachterasse des Hostels noch einmal einen herrlichen Sonnenuntergang genießen. Wie es sich zu jedem Weihnachtsabend gehört, fehlte noch ein leckeres Essen für einen Runden Abschluss. Da wir uns vorab keine großen Gedanken um etwas gemacht haben, gingen wir spontan in das Dorf und fanden nach ein tolles Weihnachtsmenü bei der Bar, Disco, Restaurant "Hola Ola"! Nicht günstig, entschlossen wir uns dennoch für das 3-Gänge-Menü. Leider waren jedoch alle Tische reserviert und bereits belegt. Auf unsere Nachfrage, ob da noch etwas möglich wäre, liefen zwei Kellner hektisch durch das Restaurant und baten letztendlich zwei Kunden, sich zusammen an einen Tisch zu setzen, damit ein Tisch für uns frei werden würde. Etwas unangenehm, nahmen wir an dem Tisch unsere Plätze ein. Nachdem wir um 21 Uhr unsere Bestellung aufgaben, kamen eine 3/4 Stunde später endlich unsere Getränke. Man merkte sofort, dass das wenige Personal hoffnungslos mit den zahlreichen Gästen überfordert war und auch die Küche dem Ansturm nicht gewachsen war. Etwas kurios verlief dann das Essen: zunächst kamen  drei von sechs Vorspeisen, jedoch auch nur zur Hälfte. Nach einer weiteren Warterei, folgten dann drei Hauptgänge, obwohl die Vorspeise nicht einmal beendet war. Irgendwann kam dann noch die andere Hälfte der Vorspeise und auch die anderen Hauptgänge. Mit dem Eintreffen, des Inhabers nahm der Abend jedoch dann eine Wende. Die Organisation verlief besser und so wurde der Nachtisch zusammen serviert. Zur Versöhnung spendierte der Chef dann noch eine Runde Cuba Libres auf's Haus und wir verließen gegen halb 12 nachts das Lokal. Fast schon spanische Zustände, wenn man erst so spät am Abend und dann bis in die Nacht isst. Alles in Allem war es aber sehr lecker und wir konnten uns auf den Weg in eine Disco direkt am Strand machen (genialer Ausblick vom zweiten Geschoss über den gesamten Strand und sogar der DJ erfüllte jegliche Musikwünsche, was wohl nicht zuletzt daran lag, dass der Laden, wie auch die Straßen insgesamt sehr leer waren [wohl auf Grund des streng katholischen Glaubens])  ehe es dann in die nächste Cocktailbar (der Marihuana-Geruch konnte hier mit vorangeschrittener Stunde deutlich vernommen werden) ging. Zum perfekten Ausklang wurde dort dann bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Wie eigentlich jeden Abend ;-) Wobei ich doch oftmals deutlich eher den Heimweg angetreten habe, als die Damen.


Die nächsten zwei Tage waren vom Ablauf her sehr ähnlich: Sonnenbaden, im Meer herumspringen, Frisbee spielen, das Übliche eben. Na gut, zwischendurch wurde selbstverständlich auch mal etwas feste Nahrung zu sich genommen, wenn auch in der Tat nur sehr wenig.
Wie kann man ein Fazit hierfür formulieren? - Montañita ist absolut dazu geeignet, Party zu machen! Der Strand und das Meer laden tagsüber immer wieder zum Entspannen und Abkühlen ein, ehe es dann am Abend ins Dorf geht, um den Tag dort angemessen ausklingen zu lassen. Dennoch gibt es gerade in nördlichen, neueren Montañita die Möglichkeit, sich zurückzuziehen oder gar das Surfen zu erlernen. Na ja, nach dem knapp fünftägigen Aufenthalt vor Ort ging es dann am Mittag des 27.12. mit dem Bus nach Guayaquil, der bzgl. der Einwohner größten Stadt in Ecuador!

West Coast - Teil 3: Aufenthalt in Puerto Lopez

Am vierten Tag ging es früh am Morgen mit dem Bus zurück nach St. Vicente. Von dort aus sollte es mit einem Taxiboot auf zur gegenüberliegenden Küste gehen - die Bahía de Caráquez, ehe es von dort aus mit dem Bus weiter zum Terminal der Stadt ging. Für die gesamten bisherigen Wegstrecken wurden erstaunliche 0,98 USD an Kosten erhoben - lächerlich, wenn man bedenkt, dass wir da schon etwa eine Stunde für unterwegs waren. Der Weg zu unserem nächsten Aufenthaltsort Puerto Lopez sollte uns mit dem Bus über Portoviejo führen, ehe es von da aus mit einem Direktbus weiter zum Ziel ging. Allerdings überdenkt man besser nicht, mit welche Art von Verkehrsmittel wir uns dort fortbewegt haben. Löcher in der Decke und in dem Boden, kaputte Sitze (nicht nur vom Bezug, sondern auch von der Sitzverstellung, so dass man unfreiwillig nur noch liegen konnte!) und Klappern aus jeder Ecke. Gut, immerhin fehlte nicht die discoähnliche Beschallung in dem Bus mit irgendwelchen lateinamerikanischen Schlagern. Das ganze wirklich in einer derartigen Lautstärke, dass selbst meine In-Ear-Ohrhörer da nur bedingt gegen ankommen konnten. Na ja, um etwa 13 Uhr waren wir dann endlich im Ort Puerto Lopez angekommen - meine Nerven dermaßen durch die Busfahrt strapaziert, dass nur noch der schnelle Weg ins reservierte Hostel und das herrliche Wetter dem Abhilfe schaffen konnten.


Nachdem es im Vorort Canoa nicht möglich war, Geld an einem Automaten zu bekommen, weil es schlichtweg dort keine Geldautomaten gibt (das war uns aber zum Glück vorher bewusst, da die verschiedenen Reiseführer darauf hinwiesen), ging es nach dem Check-In unmittelbar zur einzigen Bank "Banco Pichincha" in Puerto Lopez. Leider war sie nicht mehr an dem Ort, an dem sie in den Reiseführern kartiert war, so dass die Suche etwas dauerte, bis wir den Neubau direkt an der Küstenstraße sahen, noch ohne Namensschild an der Fassade waren zumindest die Automaten außerhalb der Bank im Betrieb. Schnell war die Kreditkarte gezückt. Nur leider war es nicht möglich, trotz des entsprechenden Visa-Symbols auf dem Automaten dort Geld abzuheben. Nach ewiger Warterei in der Schlange und Rücksprache mit der Dame am Schalter teilte diese mir mit, dass es lediglich mit meiner Karte möglich sei, in Montañita Geld abzuheben - diesen Ort wollten wir allerdings erst in vier Tagen bereisen. Super, wie also bis dahin ohne Geld über die Runden kommen? Selbst normale EC-Karten funktionierten nicht, bis auf eine Ausnahme und die stellte unsere Rettung für die nächsten Tage dar - die ganz simple Sparkassen-EC-Karte - lächerlich!
Nun gut, nach den üblichen Dingen, die eben tagtäglich so auf dem Programm stehen, wie Verpflegen und der Kennenlerntour durch den Ort, suchten wir am ersten Abend noch schnell den Strand auf. Baden bei einem bilderbuchmäßigen Sonnenuntergang im Meer ist schon eine empfehlenswerte Sache! :-) Nach der Rückkehr ins Hostel organisierten wir noch unsere Tour zur "Isla de la Plata" - dem kleinen Galapagos. Die Besitzerin "Maxima" (Hostel heißt dementsprechend; sie war zudem gezeichnet von einem Verbrühunfall mit heißem Öl vom Vortag über die rechte Schulterpartie) war hierbei eine große Hilfe. Wir bekamen nicht nur unzählige Tipps und Infos, wie man am günstigsten auf die Insel kommt, sondern sie übernahm für uns auch die Organisation, so dass wir lediglich am nächsten Morgen um 9:30 bereit am Hosteleingang warten mussten, um von einem Guide abgeholt zu werden - einfach überraschend perfekt und einfach, wie das alles diesbezüglich verlief. Zunächst ging es ab zum Hafen und über den dortigen Fischmarkt. Zahlreiche und verschiedenste Fische lagen dort zum Verkauf. Trotz des Verbots, Haie oder dergleichen nicht angeln zu dürfen, störte den stets vor Ort patrouillierende Polizist der ausliegende Fang wie z.B. Hammerhaie oder Marline nicht.


Als endlich unser Boot bereit stand, ging es mit der Gruppe anderer interessierter Touristen auf die 1 1/2 stündige Fahrt zur Insel. Die zwei mitgefahrenden Guides boten zwei Touren über die Insel an. Ich entschied mich für die vierstündige und angeblich etwas anstrengendere Tour, die zugleich zum höchsten Punkt der Insel führen sollte. Auf der Wanderung über die Insel begegnete ich unzähligen Blaufußtölpeln, die alle mehr oder weniger aggressiv ihre Brut verteidigten - zu Recht, aber warum müssen die Vögel auch unbedingt auf den Gehwegen und Brücken nisten und nicht zwei Meter weiter links oder rechts?! Na ja, als weitere Highlights auf dem Weg, mal ganz von der tollen Landschaft und Aussicht abgesehen, habe ich den kleinsten Vogel der Welt, eine Kolibriart sowie den Rotfußtölpel, Albatrosse und einen Truthahngeier sehen können. Ausgerechnet am heutigen Tag war das Wetter einfach perfekt und so kann man sich vorstellen wie anstrengend es ist, bei nahezu direkter Zenitsonne über die Insel zu laufen. Eine anschließende Stärkung auf dem Boot war obligatorisch ehe es dann zum Schnorcheln wieder ins Meer ging. Unter einem stets ein großartiges Korallenriff mit verschiedensten Fischschwärmen und selbst die Riesenschildkröten ließen sich blicken. Na ja, nach dem einen oder anderen Foto unter Wasser ging es dann wieder an Bord zurück um noch vor der Dämmerung am Hafen wieder einzutreffen.


Der Abend wurde dann mit zwei Jungs (seid gegrüßt an dieser Stelle Christian und Chris!) in einer Cocktailbar am Strand mit Batidos (1 USD), Sandwiches (ab 0,75 USD) usw. gemütlich ausklungen gelassen. Währendessen allerdings zu beobachten, dass sich unzählige Vögel irgendeiner Art jeden Abend auf den Stromseilen an einer Kreuzung zum Nächtigen trifft. Ein äußerst beeindruckendes Spektakel, dass sich auch in Montañita unter den Vögel herumgesprochen haben sollte.
Um dem Problem mit dem Geldabheben und einem möglichen Geldengpass vorzubeugen, wurde dann die Abreise und Fahrt nach Montañita einen Tag vorgezogen. So dass es am nächsten Tag vor der Busfahrt noch schnell mit einem Mototaxi zum nahegelegenen Strand "Los Frailles" ging. Der in dem umzäunten und bewachten Nationalpark Machalilla gelegene Strand wirkte auf mich wie ein Privatstrand. Außer uns gerade einmal 2 Menschenseelen ebenfalls vor Ort, ging man sich jedoch auf der etwa einen Kilometer langen Strecke gut aus dem Weg. Der wie so oft an der Westküste flach abfallende Sandstrand lud überdies (mal wieder) zum Baden ein. So verging auch dieser Tag ganz entspannt am Strand ehe es dann am frühen Nachmittag mit dem Bus in Richtung des Surferortes ging.


Samstag, 1. Januar 2011

¡Feliz Año!

Huhu, gerade aus dem doch unerwartet ruhigen, nahezu schon langweiligen Quito zurückgekehrt, da wünsche ich euch gleich ein frohes neues Jahr! Ich bin mir sicher, dass ihr ordentlich in Deutschland gefeiert habt. Das muss man bzgl. den Silvesterpartys den Deutschen lassen, die waren bislang immer besser als das heute hier! Egal, man kann nicht alles haben. Eure Vorsätze und Wünsche für 2011 werden hoffentlich in Erfüllung gehen. Also: Frohes Neues!

Freitag, 31. Dezember 2010

¡Próspero Año Nuevo!

Da ist das Jahr 2010 auch schon wieder vorbei! Schneller als erwartet denkt sich vermutlich jeder, wenn er auf das Jahr zurückblickt. Ich allerdings kann behaupten, dass es ein tolles Jahr war. Viele tolle Dinge sind währendessen passiert, an die ich mich gerne zurück erinnere. Fern weg von der Heimat werden wir hier gemeinsam nun das Jahr ausklingen lassen und wie schon am Heiligen Abend zusammen etwas feiern. Wo, steht noch in den Sternen. Geplant war nach Quito zu fahren - in der Hauptstadt wird sicherlich die eine oder andere Fiesta steigen. Allerdings sind zwei Damen des Hauses erkrankt und so hängt alles von einer wundersamen Genehsung ab oder aber von einem gut dosierten Apotheken-Cocktail ;-) Na ja, nicht zuletzt wird die Spontanität siegen!

¡Entonces, yo os espero que tengas próspero Año Nuevo! ¡Celebrad mucho y hasta el proximo año!
Saludos y abrazo!..jean

Donnerstag, 30. Dezember 2010

West Coast - Teil 2: Aufenthalt in Canoa

Am frühen Abend des 18.12.2010 in Canoa angekommen, ging es zunächst auf die Suche nach einer Unterkunft für die nächsten Tage. Schnell das erste Hostel an der Hauptstraße besichtigt, war das Vierbettzimmer zwar eng, aber der einigermaßen günstige Preis sorgte schnell für unsere Zusage, zumal eh klar gewesen war, dass das Zimmer lediglich der Gepäckablage sowie dem (kurzen) nächtlichen Schlaf dienen sollte. Nach einer kurzen Chill-Out-Phase ging es dann voller Vorfreude zusammen an den Strand. Bereits vom Balkon war der Pazifik visuell wie auch auditiv zu vernehmen. Am Strand angekommen ging es unmittelbar mit einer hopfenhaltigen Kaltschale und einem minzhaltigen Cocktail (insgesamt für 3 USD) zum Wasser - der erste Kontakt mit dem Pazifik in meinem Leben war hergestellt! Die Aussicht am Strand mit den zahlreichen Bars und Segeltüchern als Sonnenschirmersatz entschädigte für die (nerven-)strapazierende Anfahrt, na ja, eigentlich mehr als das. So ging auch schnell die erste Nacht nach einem Besuch im nahegelegenden "Tanzlokal" und einem kleinen Hamburger-Imbiss um und das Erwachen sorgte bei allen für eine große Missstimmung. Alle Körperteile von uns waren mit unzähligen (und das meine ich so!) Mückenstichen übersäht. Allein der Weg ins Bad wurde durch unzählige weitere Stiche potentiell gefährdet. Schnell war klar, eine weitere Nacht würde es in diesem Hostel nicht geben, egal wie günstig und die nächsten Unterkünfte würden alle mit Moskitonetzen über den Betten ausgestattet sein - diesem Vorsatz wurde, das vorweg, auf der gesamten weiteren Reise Folge geleistet!
Der Morgen bestand also daraus, so schmerzfrei wie möglich in die Kleidung zu kommen und schnellstmöglich die Rucksäcke wieder zu packen, damit ein neues Hostel gesucht werden konnte. Den Reiseführer bei der Hand ging es von dem einen zum anderen, bis ein Hotel am Promenadenende ein günstiges Angebot für uns bereit hielt. Der einzige Haken an der Sache war, dass der Vorgarten noch nicht fertig gestaltet war. Ein Übel, dass wir durchaus akzeptieren konnten, zumal das Zimmer nicht nur groß war, sondern zudem über Moskitonetze sowie einen großen Balkon mit Hängematte und Meerblick verfügte.

 
So war der Umzug schnell organisiert und der Tagesablauf der Entspannung am Strand bei bewölktem, aber nicht minder sonnenbrandgefährlichem Wetter (Elisa weiß nun einmal mehr, wie "hinterfotzig" Sonne sein kann) gewidmet. Dennoch ist der Sport nicht zu kurz gekommen: als Pflichtritual stand nun jeden Morgen, der in einem Ort mit Strand verbracht wurde, der Besuch im Meer auf dem Programm, egal wie fit oder kalt es war - ein Vorsatz, der, man staune, ebenfalls komplett umgesetzt wurde! Na ja, neben dem intensiven Bräunungsprogramm (Brathähnchen lässt grüßen ;-)) und dem Wellenspringen (im Pazifik sehr empfehlenswert, wenn auch im später angesteuerten Surferort Montañita deutlich besser möglich) war der Tag ansonsten noch von diversen Verpflegungsmaßnahmen, also Essen wie z.B. "Arroz con Camarones" für 4 USD + Coca Cola für 0,50 USD bzw. Pilsener 1,25 USD begleitet. Ansonsten war der Aufenthalt hier in Canoa relativ unspektakulär, aber das sollte er ja auch sein, denn jeder Urlaub sollte ja erst einmal mit etwas Entspannung starten, zumal der nächsten Ort noch genügend Aktivität für uns bereit halten sollte! Somit wurde der letzte Abend nur noch einem bilderbuchähnlichem Sonnenuntergang gewidmet und dazu auf einem gestrandeten Boot zusammen bei Musik und Erfrischungsgetränken entspannt.


West Coast - Teil 1: Anreise nach Canoa

Am 18.12.2010 startete die große Reise an die Westküste. Nachdem am Vortag die Mitpraktikantin Nadine mit einem gemeinsamen schönen Abend verabschiedet wurde, machten wir vier, also Elisa, Nikka, Aylin und ich uns um 6:00 Uhr am Morgen mit dem Taxi auf dem Weg zur südlichen Busstation von Quito namens Quitumbe. Das frühe Aufstehen wurde auf der Fahrt dorthin von gutem Wetter und einer phänomenalen Aussicht auf den Cotopaxi entstädigt. Allerdings könnt ihr euch vorstellen wie umständlich es ist, mit einem Rucksack der für 3-5 Tage ausgelegt ist, insgesamt zwölft Tage unterwegs zu sein!


Im "Terminal Quitumbe" angekommen ging es unmittelbar zu den schir hunderten an Busunternehmen, die sich an ihren Schaltern alle nur so um die potentiellen Kunden reißen, ähnlich wie auf einem orientalischen Basar in Hammamet. Nun gut, schnell war das Busunternehmen "Reino del Camino" ausgemacht und das Busticket für uns vier erstanden. Der dermaßen enge Bus (eigentlich überraschend für Reisebusse in Ecuador) wurde nur noch von einem arg unfreundlichem Personal getoppt, so dass schnell der erste Diskussionspunkt zwischen dem ich nenne ihn mal "Gepäckschlepper" bzw. "Kundeneintreiber" und mir gefunden wurde - wohin mit dem Gepäck. Für ihn war ganz klar, ab in den Gepäckraum unterhalb der Sitzkabine. Das allerdings war sowohl mit unseren Vorstellungen, als auch mit den Tipps aus Reiseführern nicht vereinbar, gerade auf einer Fahrt von etwas mehr als 8 Stunden. Irgendwann hatte auch er keine Argumente mehr gefunden und so hatten wir zusammen mit unserem Gepäck endlich unsere Sitzplätze einnehmen können, so dass die Reise endlich ins Rollen kommen konnte.


An dieser Stelle sei mir ein kleiner Exkurs gestattet: Vielleicht ist es bis nach Deutschland durchgesickert über die Medien. Auf der gleichen Strecke ist nur vier Tage später ein Bus derselben Busgesellschaft in der Nacht in der Nähe von San Vicente mit 71 Menschen an Bord (zugelassen waren 40!) über 100 Meter einen Abhang heruntergestürzt. Grund war angeblich ein Bremsversagen. Eine zu hohe Geschwindigkeit wie auch die Überladung sprechen aber für sich. Das Unglück hatte mehr als 40 Menschenleben als Opfer. Da wir erst relativ spät von diesem Unglück auf der Reise gehört haben, machten wir uns für unsere weiteren Fahrten, die teilweise sogar mit Bussen ausgeführt wurden, die mit Löchern nur so übersäht waren, keine Gedanken um derartige Risiken. Aber das Unglück zeigt einmal mehr, wie knapp man hier mit jeder Busfahrt nur einem Unfall entkommt!


Nach dem Start um 8:30 war um 16:50 endlich ein erstes Ende mit dem Stillsitzen gefunden. Die Ankunft in San Vicente bedeutete für uns das Umsteigen in einen anderen Bus - klapperig wäre untertrieben, aber egal, denn die Fahrt sollte nur 30 Minuten bis zum Zielort Canoa dauern und währendessen war man mit dem links an einem vorbeirauschenden Meer genug abgelenkt. So war die Anreise endlich gegen fast 18 Uhr geschafft - wir waren in Canoa und hatten ebenso schon kurz den Pazifischen Ozean erblicken dürfen.

Blog wieder aktiv

So ihr Lieben,
nach meinem Rückflug gestern von Guayaquil nach Quito, der reibungslos geklappt hat und uns somit innerhalb von einer guten halben Stunde durch halb Ecuador transportiert hat (anstelle einer 11-stündigen Busfahrt), werde ich ab jetzt versuchen, die aus deutscher Sicht schockfrostbedingte Lähmung des Blogbuchs anzugehen. Ein wenig Geduld solltet ihr allerdings dennoch mitbringen, das Wichtigste aus elf Tagen Reisen muss ja erst einmal niedergeschrieben werden. Die neuesten Bilder sind allerdings schon online und können vielleicht die erste Zeit des unruhigen Gespanntseins auf News einigermaßen kompensieren ;-)